Informationsveranstaltung über den Neonaziaufmarsch und den geplanten Gegenaktivitäten am 13./14.Februar in Dresden und Naziaktivitäten vor dem 5. Antifa-Ratschlag in Bautzen

Neonazis in Bautzen

Vor dem 5. antifaschistischen Ratschlag in Sachsen, welcher in diesem Jahr in Bautzen stattfindet, sind in Bautzen vermehrt rechtsextreme Aktivitäten zu beobachten.

So wurde im Vorfeld einer antifaschistischen Informationsveranstaltung, über den größten europäischen Neonaziaufmarsch am 13. und 14. Februar in Dresden, auf der Homepage der NPD Löbau/Zittau zu Störaktionen eben dieser aufgerufen.
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Die Informationsveranstaltung verlief ohne Störungen.
Etwa 20 Personen konnten sich am 20. Januar ab 17.00 Uhr im Büro „Die Linke“ in Bautzen, anhand eines Vortrages zum 13. und 14. Februar über die Thematik informieren.
Mit einem kurzen „Demo-Einmaleins“ und einigen Rechtstipps konnten sich die größtenteils jungen Besucher_innen über das Verhalten bei einer politischen Aktion informieren.
Anschließend wurde jede Menge Infomaterial der verschiedenen antifaschistischen Vorbereitungskreise angeboten.

Anfang Januar informierten sich Bautzener Neonazis und rechte Hooligans über das Stattfinden des „Antifaschistischen Ratschlags“ am 31. Januar in Bautzen per „Ketten-sms“.
In dieser forderten sie zur Weiterleitung der Information auf.

Am 16. Januar wurde ein etwa 30-jähriger Neonazi beobachtet wie er einen Aufkleber mit folgendem Inhalt an eine Laterne klebte:
„Am 31.01.2009 kommen wir auch in Ihre Stadt!
Wir hetzen gegen Deutschland wo es nur geht, wir sind intolerant, arbeitsfaul und gewaltbereit!
Wenn Sie mehr über uns erfahren wollen, kommen Sie am 31.01.2009 ab 10.00 Uhr ins Haus der Sorben – Antifa“

Diese Aufkleber wurden bereits auf der Goschwitzstraße, am Busbahnhof, beim „Haus der Sorben“ und an weiteren Stellen in der Innenstadt entdeckt.

Nun bleibt abzuwarten ob es zu Störungen der antifaschistischen Veranstaltung komme.
Auf Nachfrage bei den Veranstalter_innen zeigten sich diese von den Naziaktivitäten nicht sonderlich überrascht. So erklärte eine Vertreterin des Orga-Teams, dass es durchaus Absicht ist, den Ratschlag in vermeintlich „national befreiten Zonen“ stattfinden zu lassen. Dadurch sollen lokale Antifaschist_innen gestärkt werden, unter anderem soll ihnen gezeigt werden, dass sie nicht allein sind. Auf mögliche Naziaktivitäten wird entsprechend reagiert und die passende Antwort bereitgehalten, so der Sicherheitsverantwortliche des Orga-Teams.

Der Neonazi, welcher beim Verkleben des Aufklebers beobachtet wurde, kam aus einem im Oktober eröffneten Kleidungsgeschäft Namens „Athletics“ (Goschwitzstrasse 23).

Angeboten werden in diesem Geschäft vorrangig Marken, die besonders in der Hooligan- und Freefight-Szene beliebt sind und demzufolge – zumindest in Sachsen – oft von neonazistischen Jugendlichen getragen werden. Beispielsweise das Label „Jetlag“.
Des Weiteren findet sich die westsächsische Marke „Brachial“ im Angebot.
„Brachial“ ist fast ausschliesslich im Repertoire von einschlägig bekannten Geschäften zu finden , so unter anderem im „Backstreetnoise“ (Chemnitz) und „Nordland“ (Wilthen).
Das Geschäft „Nordland“ welches sich ebenfalls im Landkreis Bautzen befindet, wird von Markus Rose geleitet, dieser ist Frontsänger bei der Bautzener Neonaziband Asatru.
„Thor Steinar“ befindet sich ebenfalls im Angebot dieses Geschäftes.
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In Bautzen können allerdings auch im „Kornmarktcenter“ rechtsextreme Modemarken wie „Thor Steinar“ gekauft werden, die sachsenweite Geschäftskette „Blue Dreams“ im Erdgeschoss des „Kornmarktcenters“ verkauft diese rechte Modemarke.
Die Verkäufer_innen sagten gegenüber Nachfragen sie wissen was sie da verkaufen, hätten aber Angst um ihren Job. Ihr Job sei ihnen jedoch wichtiger und deswegen verkaufen sie lieber weiterhin „Thor Steinar“, auch wenn sie wissen das sie somit eine rechtsextreme Modekultur fördern und unterstützen.

Keine ruhige Zone für Nazis!
Antifa-Strukturen stärken!


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